In the mood for love,  Berlin, 2016

 

 

 

IN THE MOOD FOR LOVE  (Intime Akte – empfindliche Stellen)


IN THE MOOD FOR LOVE
(intime Akte - empfindliche Stellen),
Skulptur aus Quarzstein,
110 x 45 x 40cm, 2016



Die Skulptur IN THE MOOD FOR LOVE von Annett Stenzel zeigt irrationale Linienritzen in Stein. An den „empfindlichen Stellen“ öffnet sich ein unsichtbarer, unbegrenzter Raum – El Grecos Flirren, als Malerei in Stein - in eine Imagination des Verschwindens hinein. Den Vorsprüngen und Ritzen des Steines darf man seine Geheimnisse anvertrauen, aussprechen. - Die unsichtbaren, intimen Akte, ganz nach dem Motto mit dem Stein „Eines werden, dasselbe bleiben“, einem Zitat  von Platon, aus dessen Sinnzusammenhang im Dialog Parmenides herausgenommen, auf das sich die Künstlerin selbst bei der Arbeit frei bezieht.

Der farbige Quarzstein gibt durch die ihm unter Druck entstandenen Formen der Schichtungen von Gesteinsstaub und Quarzen, lineare Strukturen vor, deren Verlauf ich nachbearbeitete. Wie das Negativ einer Tätowierung. In der Tätowierung arbeitet man Farbe unter die Haut. Annett Stenzel folgt den schon vorgegebenen farbigen Linien der Oberfläche des Steins und entnimmt dem Stein sein Material an dieser Stelle. Die entstehenden Ritzen im Stein dienen dem Betrachter und Besucher des Steins im Park dazu seine Geheimnisse hineinzusprechen. Dieses Verfahren ist dem Film In the mood for love von Wong Kar-Wai angelehnt, in dem ein junger Chinese das Geheimnis seiner Liebe einem alten, bearbeiteten Stein in einem Tempelgebäude anvertraut, wobei, hier am Stein im Körnerpark die Stelle nicht durch Gras, wie im Film, verschlossen wird. Die Stelle und das Geheimnis bleibt offen am Stein.  Der Betrachter verewigt sich selbst durch seinen Atem am Stein.


In einem weiteren Schritt sammelt die Künstlerin den Staub des Steins und lässt daraus neue Formation im Verbund mit Malerei entstehen.  Es entstehen die sogenannten StonePowderPaintings.